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THE MUSEUM OF JURASSIC TECHNOLOGY

COLLECTIONS AND EXHIBITIONS

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Kultbild des "Fombum"
aus
"China Monumentis ... Illustrata"

(Amsterdam 1667)

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Kircher, der sich im Zentrum der abendländischen Kultur befand, hatte insofern eine einzigartige Position, als sie es ihm erlaubte, aus dem gesamten, weitausgedehnten Netzwerk der Jesuitenmissionare Informationen zu sammeln und sie in einem einheitlichen konzeptuellen Rahmen miteinander zu verbinden. Eine der erfolgreichsten unter diesen Zusammenstellungen ist "China Monumentis ... Illustrata", ein Werk, das sich vor allem aus den Aufzeichnungen und der Korrespondenz jesuitischer Missionare in Indien, China und Japan zusammensetzte, unter denen auch eminente Gelehrte der Societas wie Johann Adam Schall von Bell und Matteo Ricci waren. Diese umfängliche und erschöpfende Abhandlung gehörte zu Kirchers populärsten Werken und setzte sich mit der Geographie, Geschichte, Kultur und Sprache Chinas auseinander. Es enthielt die ersten im Westen publizierten Wörterlisten zum Sanskrit und zur chinesischen Sprache und blieb bis zum 19. Jahrhundert ein Standardtext für Übersetzungen aus diesen Sprachen.

Kircher hatte sich zweimal um Stellungen in Missionen des Fernen Osten beworben ­ er wurde ebensooft entschieden zurückgewiesen - , und war davon überzeugt, daß die Wurzeln dieser anderen Zivilisationen in der Kultur seines geliebten Alten Ägypten zu finden seien. Im dritten Teil von "China..." beschreibt Kircher die Götterreligionen des Ostens und verfolgt ihre Spuren zurück nach Ägypten und Griechenland. Kircher schildert den "Fombum", offenbar eine verstümmelte Übersetzung von "Buddha" (der gewöhnlicher als "Amida" bezeichnet wurde) als Erklärung der "verborgenen Tugenden und Vollkommenheiten, was durch die Kleidung symbolisiert wird, die ihn bedeckt". Kircher schreibt der Xodoxii-(Zen-)Sekte höhere spirituelle Einsichten zu und zitiert aus den portugiesischen Briefen des Jesuitenmissionars Ludwig Froes (1565): "Man sagt, Fombum habe immer existiert und daß er nie aufhören wird zu existieren. Er wurde allein für sich selbst geschaffen. Sein Wesen erfüllt Erde und Himmel, und er nimmt alles Physische ein, um in der Unendlichkeit seines Wesens seine Unermeßlichkeit zu zeigen. Man versichert uns, er habe keine große Mühe, seine Geschöpfe zu beherrschen. Ohne jede Schwierigkeit umfaßt er sie in seinem eigenen Sein. Man sagt, er habe keinerlei Eigenschaft oder Färbung, die von Menschen gesehen werden könnte. Und zuletzt hat dieser Fombum tausend seltene Vollkommenheiten und ist der Quell alles Guten."



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