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THE MUSEUM OF JURASSIC TECHNOLOGY

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Ein Glockenrad und Transkriptionen der Vogelstimmen
aus
Musurgia Universalis

(2 Bde., Rom 1650)

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Kirchers besterinnertes Werk ist auch sein zweitumfangreichstes. "Musurgia Universalis" ist ein umfassendes Kompendium des musikalischen Wissens am Übergangspunkt zwischen sakraler Polyphonie und weltlicher Barockmusik. Große Teile der "Musurgia" sind einer Untersuchung der zeitgenössischen Musik gewidmet, wozu auch die erste veröffentlichte Erwähnung der barocken "Affektlehre" zählt, derzufolge die Musik sich idealerweise in Analogie zu den menschlichen Emotionen strukturiert. Viele Kompositionen von Frescobaldi, Froberger und anderen barocken Meistern verdanken ihr Überleben Kirchers ausführlicher Transkriptionsarbeit und der Wiedergabe von Partituren in der "Musurgia". Kircher stellt Vermutungen über die Musik der Frühkulturen zusammen und reproduziert eine Melodie, die er einer aus dem antiken Griechenland stammenden Handschrift in Sizilien entnommen haben will ­ sollte dies den Tatsachen entsprechen, dann handelte es sich um das älteste erhaltene Beispiel musikalischer Notation. Ein bedeutender Teil des Buches gilt der Geschichte der Instrumente, worunter auch die Anatomie der Stimme und des Gehörs abgehandelt ist, sowie einer ausgearbeiteten Theorie der Akustik mit dem Titel "Magia Phonocamptica, sive de Echo", in der er den Klang als "den Affen des Lichts" beschreibt. Kircher bekennt sich zu der böothischen Harmonielehre der Musik und den mathematischen Entsprechungen von Körper, Himmel und Natur, und er schließt mit einer Erörterung der ungehörten Musik der Neun Engelschöre und der Heiligen Dreifaltigkeit. Kirchers Forschungen zur Musik und Akustik führten zu zahlreichen Neuerungen und Erfindungen, besonders im Bereich der Klangverstärkung und der Klangerzeugung, Themen, die er in seiner "Phonurgia nova" (Kempten 1673) weiter ausarbeiten sollte.


Andere Erfindungen schufen die Illusion sprechender Statuen und ermöglichten hydraulisch betriebene mechanische Musikautomaten, die Äolsharfe (die von den englischen Dichtern der Romantik als ein Modell der göttlichen Inspiration wiederentdeckt wurde), die Hörhilfe und die "arca musirithmica", einen primitiven mechanischen Computer, der sowohl einfache Zufallskompositionen erzeugen als auch Zahlenbotschaften schreiben, das Datum des Osterfestes in einem beliebigen Jahr errechnen und Befestigungsanlagen entwerfen konnte. Erhaltene Beispiele dieses Geräts befinden sich im Besitz des Museo di Storia della Scienza in Florenz und in der Pepys Library am Magdalene College in Cambridge.





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